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Wenn man in Neuburgs historischer Altstadt das hübsche Biedermeiertheater
mit seinen zwei Rängen und den zierlichen Säulchen sieht,
muß man sich als "Musenjünger" wünschen, daß darin auch Werke
des Musiktheaters ein wohlgestimmtes Publikum erfreuen. Das
dachte sich auch der in Neuburg aufgewachsene Opernsänger
und Regisseur Horst Vladar, als er 1969 mit Freunden die Neuburger
Kammeroper gründete. Keiner ahnte damals, daß sich das kaum
subventionierte Unternehmen über 30 Jahre halten würde. Inzwischen
fördern Stadt und Landkreis die Neuburger Kammeroper soweit,
daß wenigstens jeden Sommer eine Produktion auf die Bühne
kommt. Dies wird nur möglich, weil außer den Gesangssolisten
und dem künstlerischen Führungsteam begeisterte Amateure -
Orchester, Technik, Verwaltung - mitwirken. Diese Mischung
gibt trotz aller Einschränkungen dem Unternehmen seinen besonderen
Reiz.
Die Neuburger Kammeroper wurde über die Region hinaus bekannt,
weil sie es sich zum Programm gemacht hat, nur Opern aufzuführen,
die kaum an anderen Opernhäusern zu hören sind. Wo bringt
man schon Opern von Komponisten wie z. B. Salieri, Himmel,
Guglielmi, Philidor, della Maria, Fischietti, Logroscino,
Mehul, Martin y Soler, Schweitzer, Isouard, Morlacchi, Galuppi,
Gretry, Fioravanti, Danzi, Kreutzer, Mayr, Gaßmann?
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"Seit einem Vierteljahrhundert behauptet die
Neuburger Kammeroper ihren unverwechselbaren Platz
in der Vielfalt des sommerlichen Festspielbetriebes.
Komponisten des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts,
die selbst dem Fachmann kaum mehr als namentlich
bekannt sind, feierten mit ihren Bühnenwerken
vitale Auferstehung aus langem Archivschlaf und
bewiesen, daß sie - zuverlässig und lieebvoll
aufbereitet - auch einem heutigen Publikum durchaus
noch etwas zu sagen haben."
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(Opernwelt - Oktober 1993)
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„Der
lang anhaltende Applaus belohnte alle
Ausführenden für dieses sicher
zu Unrecht vergessene Juwelchen. Mit
welcher Ausgrabung wird uns die Neuburger
Kammeroper im nächsten Jahr wieder
verwöhnen?“ |
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(W.
V. im Internet-Magazin ‚operagazet’ vom
31.07.2004 – Übersetzung
aus dem Flämischen) |
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„ .... ein Lehrstück in Sachen neapolitanischen
Opernstils, und ein höchst unterhaltsames
dazu. ...... wie überhaupt die achtköpfige
Ensembleliste eine homogene Qualität aufweist
..... Was sich hier – so konstatiert
man – auch in diesem Sommer wieder abspielt,
ist junges, pulsierendes, lebendiges Musiktheater.
In die Jahre gekommen ist die Neuburger Kammeroper
nur, was die Zahl der mittlerweile bewältigten
Produktionen angeht.“
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(Gerhart Asche in „opernwelt“ 9/10
2004)
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