|
Das Archiv ist in Jahrzehnte unterteilt, bitte wählen Sie
die gewünschte Dekade:
[ 2000-2006 ] [ 1990-1999
] [ 1980-1989 ] [ 1969-1979 ]
Pressestimmen zur Produktion 2006:
Der Kampf der Geschlechter
Zur Oper „DER KAMPF DER GESCHLECHTER“ – Neuburger
Kammeroper 2006
Ausschnitte aus der Berichterstattung über die
Vorstellung
Neuburg ... eine Kleinstadt mit den Events einer etablierten Kulturstadt:
am Donaukai ein Pop-Festival, im Schloss-Innenhof eine Nabucco-Aufführung
und im historischen Stadttheater – klein, aber fein – die Neuburger
Kammeroper. ... Der „Kampf der Geschlechter“ changiert zwischen
Singspiel, opera buffa, persiflierter opera seria und verweist auf die spätere
roman-tische Oper. Der unverwüstliche Horst Vladar inszeniert stil-
und ortsgerecht ein Theater der Ursprünglichkeit, präsentiert
authentisches „Volkstheater“ im Schikaneder-Stil auf kleiner
Bühne in einem atmosphärisch-dichten historischen Theaterraum.
Vladar setzt auf komische Solo- und Ensemble-Effekte, die in ihrer Präsentation
die „großen“ Vorbilder respektvoll karikieren: die Finali,
die Diven, die komischen Figuren à la Mozart: alles kunstvoll-gekonnt,
ohne distanzierte Attitüde.
Das Kammeroper-Ensemble vertritt die Konzeption mit sympathischer
Kompetenz. ... Im intimen Theater sitzt ein gemischtes Publikum:
die einheimisch-kundigen Freunde „ihrer“ Kammeroper, die angereist-kundig
Versessenen auf neue Musik-Erlebnisse. Sie alle sind ausgezeichnet bedient,
folgen enthusiasmiert und feiern alle Beteiligten. Eine beglückende
Atmosphäre – wären
da nicht die permanent blitzenden Digital-Kamerea-Probierer, ignorante
Rechte-Verletzer und Atmosphären-Störer: man sollte sie drakonisch
eliminieren! (frs)
Aus: www.opernnetz.de (August 2006)
Eine gekonnte Regie und gute sängerische Leistungen und nicht zuletzt
die unvergleichliche Atmosphäre des Neuburger Theaters (Balsam auf
die Seelen derer, die Ingolstadts zwar architektonisch preisgekrönten,
aber von Funktionalität und kühlem Sichtbeton geprägten Musentempel
einmal entfliehen möchten) garantieren einen unterhaltsamen und romantischen
Abend.
Aus: Espresso (Ingolstadt) Ende Juli 2006
Wie schon viele Jahre waren die vertrauten Protagonisten wieder auf ihren
Posten, um die jährliche Produktion einer vergessenen kleinen Perle
aus dem Opernschaffen zu besorgen. Der Chor der Neuburger Kammeroper und
das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München werden aufs
Neue mit nötigem Schwung und Dynamik von Alois Rottenaicher geleitet.
Während bei den meisten Opernhäusern seit vielen Jahren die Regie
Unheil stiftet, durften wir wieder eine farbige und saubere Regie von Horst
Vladar genießen. ...... Es war wieder ein
angenehmer Abend in Neuburg an der Donau trotz der tropischen Temperaturen,
die Europa in diesem Jahr kannte. – Und nun warten wir darauf, was
uns die Neuburger Kammeroper im folgenden Jahr bieten wird. W.V.
Aus: http://users.skynet.be/operagazet/artikels1/de/neuburg.htm (Belgische
Internetzeitung - original in Flämisch, hier übersetzt)
Hätte Mozart seine Werke patentieren lassen, hätte Kollege Peter
von Winter alt ausgesehen. Denn aus Wolferls Erfolgsrezepten zusammengebraut
scheint Winters „Kampf der Geschlechter“, der jetzt nach über
200-jährigem Schlaf von der Neuburger Kammeroper mit zweifelhaftem
Erfolg reanimiert wurde. .... In Neuburg sangen die Sänger stützfrei
volle Kraft voraus und hatten mit manchen Höhen und Tiefen ihrer sperrig
eingedeutschten Partien zu kämpfen. ..... Dass dieses Geschlechterduell
dennoch zum Erfolg geriet, dankte es der vergnüglichen Regie Horst
Vladars, die ihre Figuren inmitten Ulrich Hüstebecks bunter Paravant-Kulisse
mit burlesker Komik führte. (skn)
Aus: Augsburger Allgemeine Zeitung (24.07.06)
... Vladar verstand es glänzend, einerseits das Textbuch pfiffig
und gewitzt für heutige Zeiten angemessen einzurichten, andererseits
in seiner Inszenierung die Balance zu halten zwischen dramatischen
und lyrischen Elementen und zwischen ironischer Distanz und emotionaler
Einfühlung.
So gelingt der Kammeroper eine temporeiche, von der Spielfreude
des Ensembles und den diesmal praktisch permanent präsenten und geforderten
Chören
getragene Wiedergabe, die szenisch wie musikalisch zu begeistern
weiß. – Peter
von Winters erstaunlich variable Handhabung der Arien, sein versierter
Umgang mit den verschiedensten Ensemblebesetzungen und seine überaus
vielseitige, originale und ausgereifte Instrumentierung können so,
nicht zuletzt Dank des ausgefeilten und schwungvollen Spiels der Mitglieder
des Akademischen Orchesterverbandes München unter der Leitung von Alois
Rottenaicher prächtig zur Geltung kommen. Das Bühnenbild von Ulrich
Hüstebeck
schafft es vortrefflich, den meist sehr personalintensiven Auftritten
Raum und Stimmung zu geben, wobei die kleine Bühne ungeahnte Weiten
und Tiefen gewinnt. ..... Allen voran das Damentrio gilt es
zu preisen ... Antonietta Jana besteht ihre Bravourarien glanzvoll, ist
präsent
und prägnant. Uta Wittekind .... mit sympathischer Ausstrahlung und überzeugender
stimmlicher Sicherheit, während Yvonne Steiner als quirlige Gärtnerin
mit Charme und leichtem, aber ausdrucksvollem Sopran eine mitreißende
Darstellung gelingt. (Heinz Zettel)
(Donaukurier Ingolstadt) 24.07.06
Komponist der äußerst reizvollen Partitur, die im Stadttheater
von Neuburg an der Donau jetzt nach über 200 Jahren dem Archivschlaf
entrissen wurde, ist der spätere Münchner Hofkapell-meister Peter
von Winter, den Carl Maria von Weber einst einen „bedeutenden Musiker“ genannt
hat. Klangtypisches der Wiener Klassik mischt sich in seinem Werk mit Vorahnungen
der deutschen romantischen Oper, Satire und Persiflage wechseln mit schlichter
melodischer Natürlichkeit oder großer Gesangsallüre ab.
Hier vermag ein Komponist vielfältige Saiten zum Klingen und Schwingen
zu bringen.
Horst Vladar weiß in seiner Inszenierung Chor und Solisten routiniert
zu führen und tritt selbst in der Schlüsselrolle des Auguren auf,
der die beiden ausgedehnten Finalensembles des Werkes dominiert. Daneben
gefallen Antonietta Jana als Fürstin Mara mit sicherer Beherrschung
der extrem anspruchsvollen Koloraturen, Michael Hoffmann als papagenohafter
Bauer Kukuában sowie – in einer kleineren Rolle – Tye.
M. Thomas als Adjutant Kagura mit beeindruckend schwarzem Bass. Das Orchester,
seit 1994 von Alois Rottenaicher geleitet, bringt die differenzierten Töne
der Partitur ansprechend zur Wirkung, so dass wieder einmal von einem lohnenden
Abend zu berichten ist. (Gerhart Asche)
Aus: Weserkurier – Bremen (30. Juli 2006) und OPERNWELT (Berlin)
Als versierter Dirigent, der die Mitglieder des Akademischen Orchesterverbandes
München kompetent durch die kontrastreich instrumentierte Partitur
zu leiten weiß, erweist sich einmal mehr Alois Rottenaicher. Wie schon
fast selbstverständlich führt Horst Vladar sein engagiertes Ensemble
mit leichter Hand durch die turbulente Handlung und spart dabei, unterstützt
von den Phantasiebühnenbildern Ulrich Hüstebecks, nicht mit szenischem
Witz. Angesichts der Schwierigkeiten ihrer Partien, die großen Stimmumfang
und Koloraturversiertheit erfordern, behauptet sich das heroische Paar Antonietta
Jana und Baram Gandje mit respektabler Souveränität. Die buffonesken
Elemente sind bei der frisch singenden und spielenden Yvonne Steiner und
dem agilen Michael Hoffmann bestens aufgehoben. Die kleine Rolle des Adjutanten
Kagura wertet Tye. M. Thomas durch einen markanten Bassbariton und starke
Bühnenpräsenz auf. (Karin Coper)
Aus: Orpheus (Opernmagazin) Berlin
Bilder der Aufführung
|